Donnerstag 04.07.2019 um 19:00 Uhr – Der antiimperialistische Kitt. Gender-Theorie, Rassismus, Jihadismus. Vortrag und Diskussion mit Vojin Saša Vukadinović

Judith Butlers 2005 auf Deutsch erschienene Essaysammlung Gefährdetes Leben soufflierte dem Queer-Aktivismus einen Kurs, den dieser prompt bereitwillig eingeschlagen hat. Die Forderung, der westliche Feminismus solle „im Horizont eines antiimperialistischen Egalitarismus“ neu ausgerichtet werden, ist mit den Selbstmordattentate verharmlosenden Schriften Jasbir Puars formvollendet worden. Diese stehen exemplarisch für jene „antiemanzipatorische Wende“ (Benedikt Wolf), die ein Denken, das vor zweieinhalb Jahrzehnten mit der Geschichte der Heterosexualität befasst und mitunter aus dem AIDS-Aktivismus hervorgegangen war, in etwas gänzlich Anderes transformiert hat: Nämlich in ein Revolutionsethos, das sich gerade wegen seines unterkomplexen Weltbildes, der hieraus resultierenden dürftigen politischen Analyse sowie den damit verbundenen plumpen Forderungen solch immenser Beliebtheit erfreut.

Diesen Umschlag halten die Beteiligten deshalb für eine kritische Weiterentwicklung, weil ihnen schon die rhetorische Beschäftigung mit Rassismus als kühne Rebellion gilt. Tatsächlich wird dieser nicht real zurückgedrängt, sondern seine Trivialisierung befördert. Ganz im Geiste ebenjenes „antiimperialistischen Egalitarismus“ und dem gendertheoretischen Primat der Repräsentation vor dem Materiellen wird nun neu sortiert und gehandelt: Nicht der rasante Zulauf, den patriarchale Ideologien nicht-westlicher Herkunft verzeichnen, wird so in den entsprechenden Publikationen zu erklären versucht, sondern sich nach anderthalb Jahrzehnten noch immer manisch an einigen wenigen Autorinnen abgearbeitet, die nicht zufällig einen Migrationshintergrund haben. Nicht der globale Auszug zehntausender zumeist junger Menschen – davon rund 900 allein aus Deutschland – in ein Terror-Kalifat, wo diese gemordet, gebrandschatzt, vergewaltigt und versklavt haben, liefert Anlass zu Demonstrationsbeiträgen am Brandenburger Tor, sondern ein unliebsamer US-Präsidenten. Nicht der massenhafte Übergriff auf hunderte Frauen in einer einzigen Nacht ist ein bedenklicher Bruch, den es wissenschaftlich aufzuarbeiten gilt, sondern die angeblich rassistische Darstellung der Täter in den Medien, die zu den eigentlichen Opfern einer höheren Diskursmacht erklärt werden.

All dies zeigt, dass der Antiimperialismus jener Kitt ist, der den Resonanzraum aus Gender-Theorie, Rassismus und Jihadismus heute zusammenhält. Der Vortrag wird zu klären versuchen, was die historischen Bedingungen für diese Politisierung waren – und Alternativen aufzeigen.

Vojin Saša Vukadinović ist Historiker. Er promovierte an der FU Berlin mit einer Dissertation zu politischer Gewalt in Westdeutschland und arbeitet derzeit an einer kapitalismushistorischen Studie. Er ist Herausgeber des Sammelbands Freiheit ist keine Metapher. Antisemitismus, Migration, Rassismus, Religionskritik (Berlin 2018).

Wo?
International Psychoanalytic University
Stromstraße 2, 10555 Berlin.
Die Veranstaltung findet im Hörsaal 1, (Haus 2), 3. Etage statt.
Eintritt frei.

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Donnerstag 06.06.2019 um 19:00 Uhr – Zum Verhältnis von Frauen und Islam. Vortrag und Diskussion mit Nantje Petersen

In der Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Frauen im und zum Islam bleibt die Diskrepanz zwischen Naivität, Religiosität und Fundamentalismus nicht die einzige; vielmehr scheint sich das Verhältnis entlang multipler Widersprüche wie jenen zwischen Freiwilligkeit und Zwang, Allmacht und Ohnmacht sowie der Trias von Freiheit, Unterwerfung und Unterdrückung zu konstituieren. Die Differenz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung überrascht dabei ebenso wenig wie diejenige zwischen universalistischen und identitätspolitischen Positionen.

Der Vortrag wird auf Grundlage empirischer Daten und theoretischer Überlegungen den Fragen nachgehen, warum der Islam für Frauen attraktiv und Frauen für den Islam relevant sind. Hierzu werden die für Mädchen und Frauen bedeutsamen Motive in der Radikalisierung und Auseinandersetzung mit dem Islam nachgezeichnet, um sich den Positionen und Strategien der Djihadistinnen und ihren hiesigen Apologetinnen annähern und abschließend der Frage nachgehen zu können, warum eine Kritik an dieser Ideologie von kulturrelativistischer und (queer-)feministischer Seite verunmöglicht wird.

Wo?
International Psychoanalytic University
Stromstraße 2, 10555 Berlin.
Die Veranstaltung findet im Hörsaal 1, (Haus 2), 3. Etage statt.
Eintritt frei.

Aktualisierung: Vortrag von Sonja Witte am 11.12.2018 um 19:00 Uhr

Liebe Freundinnen und Freunde der Kripu,

der Vortrag von Dr. Sonja Witte beginnt bereits um 19:00 Uhr. Einen Einblick gibt der folgende Ankündigungstext:

Resonanzerfahrungen, so schreibt Hartmut Rosa in „Resonanz – Eine Soziologie der Weltbeziehung“ (2016), sind erfüllt von Sehnsucht und „bergen das Versprechen auf eine andere Form der Weltbeziehung – in gewisser Weise lässt sich vielleicht sogar sagen: ein Heilsversprechen“. So soll die Theorie der Resonanz einen „Ausweg“ weisen aus einer die Spätmoderne beherrschenden „Eskalationstendenz“: „Wenn Beschleunigung das Problem ist, dann ist Resonanz vielleicht die Lösung“.

Der Vortrag begibt sich auf die Spur dieses Heilsversprechens – mit Augenmerk allerdings gerade auf Paradoxien und Brüche der Theoriekonzeption, d.h. auf Textstellen, wo das Heilsversprechen der Resonanz sich gleichsam verspricht und nicht ungebrochen formuliert wird. Aus psychoanalytischer Perspektive werden dieserart Versprechen als Symptome eines Unbehagens in der Kultur betrachtet. So gesehen kann Rosas Theoriekonzeption nicht zuletzt auf die Frage verweisen, welche Rolle Schuld(gefühl) derzeit in Wünschen nach gesellschaftlicher Veränderung und einem zukünftig besseren Leben spielt.

Dr. Sonja Witte hat Kulturwissenschaft, Philosophie und Soziologie studiert und mit einer Arbeit zum Unbewussten in der Kulturindustrie an der Universität Bremen promoviert. Ihre Dissertation erschien dieses Jahr im transcript Verlag unter dem Titel „Symptome der Kulturindustrie“. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im MA Studiengang Psychoanalytische Kulturwissenschaften an der International Psychoanalytic University (IPU) Berlin. Sie arbeitet schwerpunktmäßig in den Bereichen Kritische Theorie, (psychoanalytische) Film- und Kulturtheorie, Sexualitäts- und Geschlechterforschung sowie Alltags- und Konsumkultur. Politisch aktiv ist sie bei den „les madeleines“ (https://lesmadeleines.wordpress.com/) und der Zeitschrift „Extrablatt – Aus Gründen gegen fast Alles“ (http://www.extrablatt-online.net/).

Wo?
International Psychoanalytic University
Stromstraße 2, 10555 Berlin.
Die Veranstaltung findet im Hörsaal 1, (Haus 2), 3. Etage statt.
Eintritt frei.

Dienstag 11.12.2018 um 19:00 Uhr – Zwischen Resonanz und Entfremdung: Heil Versprochen. Vortrag und Diskussion mit Sonja Witte

Liebe Freundinnen und Freunde der krIPU,

unsere Veranstaltungsreihe geht mit einem Vortrag von Dr. Sonja Witte weiter: ‚Zwischen Resonanz und Entfremdung: Heil Versprochen. Anmerkungen zu Hartmut Rosas Soziologie der Weltbeziehungen‘.

Resonanzerfahrungen, so schreibt Hartmut Rosa in „Resonanz – Eine Soziologie der Weltbeziehung“ (2016), sind erfüllt von Sehnsucht und „bergen das Versprechen auf eine andere Form der Weltbeziehung – in gewisser Weise lässt sich vielleicht sogar sagen: ein Heilsversprechen“. So soll die Theorie der Resonanz einen „Ausweg“ weisen aus einer die Spätmoderne beherrschenden „Eskalationstendenz“: „Wenn Beschleunigung das Problem ist, dann ist Resonanz vielleicht die Lösung“.
Der Vortrag begibt sich auf die Spur dieses Heilsversprechens – mit Augenmerk allerdings gerade auf Paradoxien und Brüche der Theoriekonzeption, d.h. auf Textstellen, wo das Heilsversprechen der Resonanz sich gleichsam verspricht und nicht ungebrochen formuliert wird. Aus psychoanalytischer Perspektive werden dieserart Versprechen als Symptome eines Unbehagens in der Kultur betrachtet. So gesehen kann Rosas Theoriekonzeption nicht zuletzt auf die Frage verweisen, welche Rolle Schuld(gefühl) derzeit in Wünschen nach gesellschaftlicher Veränderung und einem zukünftig besseren Leben spielt.

Dr. Sonja Witte hat Kulturwissenschaft, Philosophie und Soziologie studiert und mit einer Arbeit zum Unbewussten in der Kulturindustrie an der Universität Bremen promoviert. Ihre Dissertation erschien dieses Jahr im transcript Verlag unter dem Titel „Symptome der Kulturindustrie“. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im MA Studiengang Psychoanalytische Kulturwissenschaften an der International Psychoanalytic University (IPU) Berlin. Sie arbeitet schwerpunktmäßig in den Bereichen Kritische Theorie, (psychoanalytische) Film- und Kulturtheorie, Sexualitäts- und Geschlechterforschung sowie Alltags- und Konsumkultur. Politisch aktiv ist sie bei den „les madeleines“ (https://lesmadeleines.wordpress.com/) und der Zeitschrift „Extrablatt – Aus Gründen gegen fast Alles“ (http://www.extrablatt-online.net/).

Wo?
International Psychoanalytic University
Stromstraße 2, 10555 Berlin.
Die Veranstaltung findet im Hörsaal 1, (Haus 2), 3. Etage statt.
Eintritt frei.

Veranstaltungshinweis: 04.12.2018 –Symptome der Kulturindustrie. Bibliotheksgespräch mit Dr. Sonja Witte und Prof. Lilli Gast

Liebe Freundinnen und Freunde der krIPU,

wir möchten auf das Bibliotheksgespräch mit Dr. Sonja Witte und Prof. Dr. Lilli Gast zum Thema ‚Symptome in der Kulturindustrie‘ am 04.12. hinweisen.

Sonja Wittes kürzlich erschienenes Buch „Symptome der Kulturindustrie“ geht der Frage nach dem Unbewussten in der Kulturindustrie auf besondere Weise nach: Gerahmt von den Kategorien des Spiels und des Unheimlichen werden filmtheoretische Denkfiguren und verschiedenste ästhetische Inszenierungen auf Symptome hin befragt, deren Deutungen Aufschluss geben über den konstitutiv konflikthaften Charakter der Kulturindustrie.

Ausgehend vom Unbewussten wissenschaftlichen Denkens werden so Spiel und Unheimliches kulturtheoretisch ausgeleuchtet und Verbindungen zwischen psychoanalytischer und Adornos Kritischer Theorie sowie aktuellen kulturwissenschaftlichen Positionen erschlossen.

In der Deutung von Theorien und ästhetischem Material wird Kulturindustrie als Konstellation von Widersprüchen entfaltet.

Dr. Sonja Witte studierte Kulturwissenschaft, Philosophie und Soziologie. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im MA Studiengang Psychoanalytische Kulturwissenschaften an der International Psychoanalytic University (IPU) Berlin.

Wo?
International Psychoanalytic University
Stromstraße 2, 10555 Berlin.
Die Veranstaltung findet in der Bibliothek (Haus 2), 2. Etage statt.
Eintritt frei.

Dienstag, 20. November 2018 um 20:00 Uhr – Entfremdung, Charaktermaske und Charakter. Vortrag und Diskussion mit Ingo Elbe

Liebe Freundinnen und Freunde der krIPU,

dieses Semester beginnt mit einer neuen Veranstaltungsreihe „Runter vom Sofa!“. Unser erster Referent Ingo Elbe spricht zu „Entfremdung, Charaktermaske und Charakter. Marxsche Grundlagen der Sozialpsychologie Erich Fromms“.

Karl Marx analysiert die bürgerliche Gesellschaft als ein System, in dem alle Menschen den strukturellen Zwängen des Kapitals unterworfen sind. Nicht Entfaltung und Bedürfnisbefriedigung der Individuen, sondern Profitproduktion durch Ausbeutung von Lohnarbeit ist Marx zufolge das objektive, von den Strukturen einer Gesellschaft des Privateigentums und Marktes aufgezwungene Ziel der „Wirtschaft“. In diesem Kontext unterscheidet er zwei Formen von Entfremdung, denen die Menschen im Kapitalismus ausgeliefert sind: eine allgemeine, die alle Menschen betrifft und auf die Unbeherrschbarkeit der Mechanismen materieller Reproduktion und den allgemeinen Zwang zur wechselseitigen Instrumentalisierung und Selbstinstrumentalisierung der Individuen für einen unmenschlichen Zweck abzielt; und eine besondere Form der Entfremdung, die vor allem die Lohnabhängigen betrifft. Diese Entfremdungskonzeption von Marx war die zentrale, allerdings eher kursorisch rezipierte, gesellschaftstheoretische Grundlage nicht nur der frühen Versuche Erich Fromms, eine analytische Sozialpsychologie auf der Höhe der Zeit zu formulieren. Fromm versucht einerseits, die bei Marx zu findenden Aussagen über ein kapitalistisch strukturiertes Welt- und Selbstverhältnis des Menschen psychologisch zu präzisieren und damit die Verschmelzung von Charaktermaske und Charakter im Spätkapitalismus zu erfassen. Andererseits erweitert Fromm die Marxschen Perspektiven um eine Theorie des autoritär-masochistischen Charakters, die nicht bloß die Internalisierung bürgerlicher Verkehrsformen, sondern die regressiven Tendenzen des Rückfalls hinter dieselben in Gestalt einer emotionalen Bejahung irrationaler Herrschaft erfassen soll.
Der Vortrag soll einige Grundzüge der Marxschen Kapitalismuskritik mit Schwerpunkt auf diesen Formen der Entfremdung vorstellen und die These vertreten, dass Fromms Sozialpsychologie ohne den Bezug auf Marx in der Luft hängt.

Dr. Ingo Elbe Privatdozent und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Oldenburg. 2010 erschien in 2. Auflage sein Buch Marx im Westen. Die neue Marx-Lektüre in der Bundesrepublik.
2015 erschien Paradigmen anonymer Herrschaft. Politische Philosophie von Hobbes bis Arendt.
Letzte Publikationen: Die postmoderne Querfront. Anmerkungen zu Chantal Mouffes Theorie des Politischen. In: sans phrase. Zeitschrift für Ideologiekritik 2/2018;
Helmut Reichelt and the New Reading of Marx. In: B. Best et al (eds.): Handbook of Frankfurt School Critical Theory. London 2018.
Zahlreiche Veröffentlichungen zu Marx, Marxrezeption, Kritischer Theorie und politischer Philosophie. Online-Texte unter rote-ruhr-uni.com sowie uni-oldenburg.de

Wo?
International Psychoanalytic University
Stromstraße 2, 10555 Berlin.
Die Veranstaltung findet im Hörsaal 1, (Haus 2), 3. Etage statt.
Eintritt frei.

Veranstaltungshinweis – 12.-13. Januar 2018 Symposium zu (Homo)Sexualität und Psychoanalyse

Liebe Freundinnen und Freunde der krIPU,

wir möchten auf das „Symposium zu (Homo)Sexualität und Psychoanalyse“ an der IPU hinweisen, dass am 12.01. und 13.01.18 stattfindet.

Programm
Kostenfreie Anmeldung unter info@ipu-berlin.de

„Zur Homosexualität gehört nicht selten jene Unangepaßtheit im sexuellen Bereich, vor der die schaudernd zurückschrecken, die gerade noch bereit waren, sich tolerant zu verhalten.“
(Martin Dannecker, 1971)*

Als Sigmund Freud die Sexualtheorie als Herzstück der Psychoanalyse auszuarbeiten begann, ließ er sich nicht von der Vorstellung einer natürlichen Sexualität leiten. Die heterosexuelle Objektwahl galt ihm als nicht weniger erklärungsbedürftig als die homosexuelle. Doch was trotz begleitender Widersprüche mit Impulsen von Neugierde und kritischem Denken anhob, verkehrte sich in den Folgejahren der psychoanalytischen Theoriebildung zum Festhalten an der Norm einer vermeintlich reifen genitalen Heterosexualität. Die daraus entspringende feindselige und pathologisierende Haltung gegenüber Homosexuellen hat ihre Ausläufer bis in die jüngere Vergangenheit.

Heute ist eine offene Ablehnung der Homosexualität in der psychoanalytischen Community jedoch die Ausnahme und zaghaft setzte sogar eine Aufarbeitung des homosexuellenfeindlichen Erbes ein. Da allerdings die Sexualtheorie allgemein ihren Status zugunsten anderer Paradigmen eingebüßt hat, in den theoretischen Debatten folglich leisere Töne angeschlagen werden, bleibt zu diskutieren, was die Psychoanalyse heute zur (Homo)Sexualität zu sagen hat. Unser Symposium möchte hierzu eine Auseinandersetzung anregen.

Nicht ohne Grund laden wir zu dieser Diskussion im Zusammenhang mit der Ausstellung „Faszination Sex“ über den Theoretiker und Schwulenaktivisten Martin Dannecker im Schwulen Museum Berlin. Als einer der bedeutendsten deutschen Sexualwissenschaftler ist sein theoretisches Arbeiten seit den 1970er Jahren von Grund auf geprägt von der freudschen Psychoanalyse. Auf deren Verständnis der Triebtheorie und des Subjekts beharrend, kritisiert Dannecker seit jeher die Ressentiments gegen Homosexuelle in der psychoanalytischen Theorie und Praxis.

Ausgehend von Danneckers umfangreichen Studien geben wir mit dem Symposium Anlass, um an zwei Tagen über das spannungsgeladene Verhältnis der Psychoanalyse zur (Homo)Sexualität zu diskutieren und neue psychoanalytische Theorieentwürfe in diesem Feld zu erforschen. Nicht zuletzt möchten wir das zentrale Anliegen Danneckers aufgreifen, eine kritische Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Erscheinungen des (Homo)Sexuellen fortzuführen.

Wir freuen uns auf spannende und anregende Diskussionen.

Konzeptuelle Verantwortung: Victoria Preis, Aaron Lahl, Patsy l’Amour laLove

*Martin Dannecker: Wer lächelt schon, wenn er aus dem Schlaf gerissen wird? In: Fernsehspiele Westdeutscher Rundfunk: Januar – Juni 1972. Veröffentlicht 1971.